Der Umgang mit dem Scheitern

„Scheitern“ – ein hässliches Wort. „Ich bin gescheitert“ – das fühlt sich an wie ein Schlag ins Gesicht. Ein Schmerz, wenn wir unser Scheitern eingestehen, – vor uns selbst oder vor anderen Menschen.

 

Scheitern impliziert Versagen und Misserfolg. Die Gründe können wir in unserem Umfeld (AUSSEN) oder in uns selbst (INNEN) suchen.

 

An den äußeren Umständen können wir oft nichts ändern, häufig reiben wir uns auf beim Versuch unabänderliche Tatsachen zu verändern. Wenn es uns dann nicht gelingt, sind wir frustriert und fühlen uns als Versager. Die Frage ob wir überhaupt jemals mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln die reale Möglichkeit und eine wirkliche Chance hatten das anvisierte Ziel zu erreichen, sollte hier im Vordergrund stehen. Eine reflektierende Betrachtung der Umstände ist hilfreich. Ich stelle mich quasi neben mich selbst oder betrachte meine Situation aus einer höheren Perspektive – der Metaebene. Ich verändere meinen Blickwinkel und erkenne dadurch, dass es in meinem Umfeld feste Parameter gibt. Die ich nicht verändern kann. Ändern kann ich nur meinen Standpunkt und mein Verhalten, meine Einstellung zum Unabänderlichen – aber gerade dadurch verändere ich das Unveränderbare.

 

Habe ich mir ein realistisches Ziel gesetzt? Hatte ich die Möglichkeit es mit den mir persönlich zur Verfügung stehenden Mitteln zu erreichen? Kraft, Wissen, Erfahrung, Disziplin, Stärke, Ausdauer, Mut, Zeit… Hatte ich die Chance Defizite zu beheben? Lag es wirklich nur an meinen eigenen Ressourcen? Wo habe ich Fehler gemacht? Was hätte ich besser machen können? – Wie gesagt: immer inmitten einer realistischen Betrachtung, denn auch für Sie hat der Tag nur 24 Stunden und als Mensch erliegen Sie körperlichen, geistigen und emotionalen Begrenzungen.

 

Nun gut, Sie kommen zum Ergebnis – Sie hätten Ihr Ziel erreichen können. Sie klagen sich selbst an, machen sich Vorwürfe. Hadern Sie ruhig mit sich selbst. Aber dann schließen Sie die Vergangenheit ab, lassen Sie sie ruhen. Irgendwann ist es genug und dann beginnen Sie die Sachverhalte neutral zu untersuchen. Denn die Fehler, die Sie scheitern ließen, die werden Sie nicht noch einmal machen. Sie werden künftig von dieser Erfahrung profitieren können. Sie haben die Chance Ihre eigenen „Stolpersteine“ aus dem Weg zu räumen. Dazu gehört jedoch erstmal, dass Sie sich diese ansehen und dann überlegen wo und wie Sie sie aus dem Weg räumen können. Vielleicht können Sie mit einiger Unterstützung auch eine andere Möglichkeit finden mit Ihrem Defizit umzugehen, es zu adaptieren. Gehen Sie es an!

 

Bravo. Sie haben begonnen mit Ihrem Scheitern zu arbeiten. Nur Mut. Seien Sie sich bewusst – Scheitern gehört zum Leben. Wenn wir etwas wagen, uns heranwagen an Herausforderungen, brauchen wir Mut. Den Mut Fehler machen zu dürfen, weil Erfolg auch die Gefahr des Misserfolges beinhaltet. Und im Rückblick hat sich manch Misserfolg nachträglich als Erfolg herauskristallisiert. Egal ob die Gründe im INNEN oder im AUSSEN lagen. Die Bewältigung von Misserfolgen – das Scheitern – ist ein stetiger Prozess. Ein permanenter Wandel, der uns wachsen lässt. Und das braucht Zeit.

 

 

Geben Sie sich die Zeit. Dann werden Sie auch Erfolg haben.

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