Human Change Management auf japanisch: Kaizen

Höher, besser, weiter: Unternehmen wollen weiterkommen und sich weiterentwickeln. Eine Methode dazu, die sich immer größer Beliebtheit erfreut ist das Veränderungsmanagement. In diesen Bereich fällt auch die Arbeitsphilosophie Kaizen, die vor allem Überschneidungen zum Human Change Management zeigt: Auch bei Kaizen ist der Mensch bzw. Mitarbeiter und dessen Entwicklung extrem wichtig. Wer also bereits Kaizen in seinem Unternehmen praktiziert, hat es nicht unbedingt nötig ein Change Management zu implementieren.

 

Kaizen setzt sich aus dem japanischen Wörtern “Kai” = Veränderung und Wandel; “Zen” = zum Besseren, also “Veränderung zum Besseren“ zusammen. Entstanden ist Kaizen nach dem zweiten Weltkrieg in Japan und wurde dort unter anderem von Toyota, als bekanntestes Beispiel, praktiziert.

 

Generell geht es bei Kaizen nicht darum, dass die Arbeitsproduktivität erhöht und die Leistung gesteigert wird, sondern Kaizen will vor allem Verschwendung vermeiden. Das soll dadurch erreicht werden, dass Abläufe und Produktionverfahren schrittweise und stetig verbessert werden. Praktisch gesehen bedeutet das: Man arbeitet mit dem, was man hat.

 

 

Mitarbeiter & Kaizen

In den Veränderungsprozess werden auch alle Mitarbeiter mit einbezogen, z.B. durch Verbesserungsvorschläge, die sehr gefragt sind und deren schnelle Umsetzung, sowie die sichtbaren Erfolge, die daraus hervorgehen. Wie beim Veränderungsmanagement müssen bei Kaizen Widerstände gegen Veränderungen aber erst durchbrochen werden. Das Prinzip der kontinuierlichen Verbesserung bedeutet konsequentes Innovationsmanagement. Jedoch widersetzen sich Menschen in der Regel erst, bevor Innovationen akzeptiert werden.

Der ideale Mitarbeiter der Kaizen Arbeitsphilosophie ist jedoch qualifiziert, aktiv, eigenverantwortlich und kreativ. Er sollte Probleme selbst finden, und dann unterstützt von der Unternehmensführung lösen. Dementsprechend ist es auch wichtig, dass jeder seinen Bereich kennst und Spezialist darin ist.

 

 

Führung & Kaizen

Auch die Unternehmensführung muss sich dementsprechen auf Kaizen ein- oder umstellen. Kaizen hat einen kooperativen Führungstil nötig. Dazu muss es auch zu funktionsübergreifender und interdisziplinärer Zusammenarbeit in Gruppen kommen. Das bedeutet Konsens statt Einzelentscheidung. Ein wichtiger Punkt ist so die Kommunikation innerhalb des Unternehmens. Anstatt Befehlen von Führungskräften zu folgen, müssen Ziele gemeinsam formuliert werden und so eine intensive Informationsvermittlung zwischen allen Ebenen des Unternehmens stattfinden. Vor allem müssen Führungskräfte im Kaizen, aber die Philosophie selbst verinnerlicht haben und den Mitarbeitern vorleben- denn ein einheitliches Modell zur Implementierung gibt es nicht.

 

Dieser Beitrag wurde geschrieben von Eva Mattern, Content Editor bei Springest, der neuen unabhängigen Online-Plattform zum Vergleich von Fort- und Weiterbildungen.

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